Vor neun Jahren habe ich mich in Freising typisieren lassen, bei einer Aktion für Noah und Niklas, zwei Kinder aus der Stadt, die an Leukämie erkrankt waren. Ihre Eltern haben damals nicht nur für ihre eigenen Kinder gesammelt, sondern für alle, die auf einen Spender warten.

Vor zwei Jahren kam die erste Anfrage, daraus wurde nichts. Dieses Jahr kam die zweite, und plötzlich ging alles schnell. Kurz zum Hausarzt, zwei Tage später zur Voruntersuchung nach Gauting, zwölf Tage später die Spende. Ich habe sofort zugesagt.

In Gauting wurde ich von der ersten Minute an herzlich empfangen. Alles wurde in Ruhe untersucht und erklärt, und die Stimmung im ganzen Haus war so positiv, dass mein Respekt vor der Sache schnell verflogen ist.

Die fünf Tage mit den Spritzen davor waren halb so wild, etwas abgeschlagen, leichte Knochenschmerzen, mehr nicht. Gespritzt hat mich die Mutter von Noah, die Ärztin ist und bei uns in der Gegend wohnt. Das Schwierigste war ehrlich gesagt, zweimal am Tag im richtigen Abstand bei ihr zu sein.

Die Spende selbst hat knapp fünf Stunden gedauert, weil für den Patienten viele Stammzellen gebraucht wurden. Unangenehm war daran nichts. Meine Familie hat mich hingebracht und wieder abgeholt, und während der Stunden an der Maschine habe ich viel mit dem Team gesprochen. Da merkt man, dass hier jeden Tag Leben gerettet werden und man selbst einen kleinen Teil dazu beitragen darf.

Aus der Freisinger Aktion sind inzwischen 89 Menschen tatsächlich Spender geworden. Ich bin einer davon und wahnsinnig stolz darauf. Der Aufwand ist nichts im Vergleich zu dem, was am Ende dabei herauskommt.

Ich habe meinem Empfänger einen Brief mitgegeben und hoffe sehr, dass alles gut verläuft. Vielleicht lernen wir uns eines Tages kennen.