Bereits kurz nach meinem 18. Geburtstag hatte ich mich im Rahmen einer Typisierungsaktion in meiner damaligen Heimatstadt typisieren lassen. Gut zehn Jahre später erhielt ich eine E-Mail, dass ich als potenzieller Stammzellspender in Frage komme. Ich rief direkt zurück, und mir war sofort klar, dass ich zu einer Spende bereit bin.
Zunächst war noch eine kleine Blutentnahme zur Kontrolltypisierung notwendig, die konnte ich aber ganz unkompliziert bei meinem Hausarzt in meiner neuen Heimat Berlin durchführen lassen. Bereits wenige Tage später gab es dann die erhoffte Nachricht: It’s a match, ich bin der am besten passende Spender für den Patienten.
Und so machte ich mich Anfang Dezember auf nach Gauting, um mich buchstäblich auf Herz und Nieren untersuchen zu lassen, damit die Spende so sicher wie möglich für den Patienten und mich abläuft. Aufgrund der weiten Anreise durfte ich in einem netten Hotel übernachten, und die Fahrtkosten wurden selbstverständlich auch übernommen.
Knapp zwei Wochen später wurde es dann ernst: ich begann mit der Knochenmarksmobilisierung. Oft wird gesagt, dass sich diese wie eine Grippe anfühlen kann, und auch in meinem persönlichen Umfeld wurden diesbezüglich viele Bedenken geäußert. In meinem Fall kann ich dies jedoch nicht bestätigen. Ich hatte zwar zwischenzeitlich leichte Kopf- und Knochenschmerzen, diesen kann (und soll) man jedoch problemlos mit handelsüblichen Schmerzmitteln entgegenwirken.
Aufgeregt machte ich mich erneut auf den Weg nach Gauting, um “meinem” Patienten das wohl wertvollste aller Weihnachtsgeschenke zu machen. Umso unspektakulärer verlief die Spende: nach nicht einmal zweieinhalb Stunden waren genug Stammzellen aus meinem Blut gesammelt – so schnell, dass der Film, den ich zum Zeitvertreib während der Spende anschauen durfte, noch gar nicht zu Ende war.
Mit einem unfassbar guten Gefühl fuhr ich zurück nach Berlin, und mir war absolut klar: Ich würde es jederzeit wieder tun!