Bürgermeister startet große Typisierungs-Kettenaktion zur Gewinnung neuer Stammzellspender

Manchmal entstehen große Aktionen aus einer persönlichen Begegnung. So war es auch bei Johannes Thusbaß, Bürgermeister von Prutting. Bei der Veranstaltung „24 Stunden gegen Krebs“ lernte er Anne Willkommen aus Kolbermoor kennen – eine Begegnung, die ihn bis heute bewegt.

Anne Willkommen (38) kämpft erneut gegen Leukämie. Bereits vor vier Jahren hatte sie diese schwere Diagnose erhalten. Damals wurde ein passender Stammzellenspender gefunden – ein genetischer Zwilling, der ihr das Leben rettete. Doch nun ist der Blutkrebs zurück. Die Nachricht hat viele Menschen in der Region tief getroffen – auch Bürgermeister Thusbaß.

Für ihn war schnell klar: Er möchte helfen. Und zwar nicht nur im Kleinen, sondern mit einer Aktion, die möglichst viele Menschen erreicht.

Anne aus Kolbermoor braucht dringend ein zweites Wunder

Eine Idee mit Kettenreaktion

Am 3. Oktober 2025 fand in Prutting die Aktion „24 Stunden gegen Krebs“ statt. Johannes Thusbaß war dort als Schirmherr dabei und erlebte hautnah den außergewöhnlichen Zusammenhalt und die positive Energie der Beteiligten. Auch Anne war damals vor Ort. Als er vor wenigen Wochen von ihrem Rückfall erfuhr, traf ihn das sehr.

In Gesprächen mit Anne wurde ihm bewusst, wie dankbar man für die eigene Gesundheit sein kann – und wie wichtig es ist, aktiv zu werden, um anderen zu helfen. Daraus entstand die Idee einer besonderen Kettenaktion.

Gemeinsam mit der Stiftung AKB und unter dem Motto „Nominieren, typisieren, Leben retten: Gemeinsam gegen Leukämie!“ möchte er nicht nur Prutting, sondern den gesamten Landkreis mobilisieren.

46 Gemeinden – 46 Multiplikatoren, Leben zu retten

In Prutting allein hätten vielleicht 100 oder 200 Menschen an einer Registrierungsaktion teilgenommen. Doch Johannes Thusbaß dachte weiter: Im Landkreis gibt es 46 Bürgermeister – und jeder von ihnen hat sein eigenes Netzwerk, seine eigene Gemeinde, seinen eigenen Wirkungskreis.

Um eine breite Öffentlichkeit über die Aktion informieren zu können, erfolgt die Nominierung der einzelnen Bürgermeister über Radio Charivari und die OVB-Heimatzeitungen berichten regelmäßig darüber. Allen ist bewusst, dass je mehr Aufmerksamkeit dieses Thema auf sich ziehen kann, umso mehr Menschen setzen sich mit der Thematik Stammzellspende auseinander und lassen sich für die Typisierung gewinnen. So wächst die Chance für jeden einzelnen Erkrankten geheilt zu werden.

Die Idee: Eine Kettennominierung unter den Bürgermeistern. Jeder nominierte Bürgermeister organisiert in seiner Gemeinde eine eigene Typisierungsaktion und nominiert anschließend den nächsten Kollegen. Wer nicht mitmacht, kann stattdessen an die AKB spenden, die die Aktionen organisatorisch begleitet.

Wegen der bevorstehenden Kommunalwahlen können aktuell nur jene Bürgermeister nominiert werden, die keinen Gegenkandidaten haben. Die Politik muss bei dieser Aktion unbedingt herausgehalten werden.

Die Stiftung AKB, eine der größten Stammzellspenderdateien Deutschlands mit Sitz in Gauting bei München, stellt die Registrierungssets bereit, mit denen sich Interessierte mit einem einfachen Wangenabstrich typisieren lassen können. Die neuen potenziellen Spenderinnen und Spender werden in der Spenderdatei der AKB gespeichert und stehen nach der Analyse der Gewebemerkmale allen Leukämiepatienten weltweit zur Verfügung.

Den Anfang machte Thusbaß selbst. Über das OVB und Radio Charivari nominierte er Bürgermeister Georg Reinthaler aus Eiselfing. Von dort aus soll sich die Aktion wie eine Welle durch den gesamten Landkreis bewegen.

Um möglichst viele Personen (gesund, 17-45 Jahre) zu registrieren, stehen den Gemeindevorstehern zwei Wege zur Verfügung:

  1. Sie motivieren die Mitbürgerinnen und Mitbürger Ihrer Gemeinde auf den Sozialen Medien, auf Webseiten, in Vereinen, bei Freunden und Bekannten, etc., sich unter www.akb.de/registrierung kostenfrei ein Lebensretterset zu bestellen. Im Feld „Registrierungsanlass“ kann die jeweilige Gemeinde (z.B. RO-Gemeinde Prutting) ausgewählt werden oder die Gemeinde kann anhand der Postleitzahl zugeordnet werden.
  2. Um eine noch größere Reichweite zu erzielen, nominieren die Bürgermeister eine beliebige Anzahl an Vereinen ihrer Gemeinde, sich unter www.akb.de/verein Lebensrettersets zu bestellen und somit automatisch an der Challenge „verein(t)gegenleukaemie“ teilzunehmen, wo ein komplettes Vereinsfest verlost wird. Weitere Infos gibt es unter www.akb.de/verein.

Für Rückfragen zur Aktion “Nominieren-typisieren-Leben retten: Gemeinsam gegen Leukämie” steht das AKB-Team gerne zur Verfügung:

Tel.: +49 – 89 – 89 32 66 28
Email: helfen(at)akb.de

Wie Anne aus Kolbermoor warten auch Tanja (19 Jahre jung) aus dem Landkreis Traunstein und weltweit unzählige weitere Leukämieerkrankte auf einen passenden Stammzellspender, der die dringend benötigte Hilfe bedeuten kann.

Wir bedanken uns im Namen aller Erkrankten für Euer Engagement!

So einfach kann man helfen

Viele Menschen wissen nicht, wie unkompliziert eine Registrierung als potenzieller Stammzellenspender ist. Dabei dauert der Prozess nur wenige Minuten: Ein Abstrich im Mund, die Erfassung der persönlichen Daten – fertig.

Auch wer bereits registriert ist oder sich aus gesundheitlichen Gründen nicht typisieren lassen kann, kann helfen: indem er die Aktion weiterverbreitet, andere motiviert oder – wenn gewünscht – eine Geldspende leistet. Im Mittelpunkt steht jedoch vor allem eines: möglichst viele neue Registrierungen.

Denn den genetischen Zwilling zu finden, mag unwahrscheinlich erscheinen – ist aber möglich. Und genau das kann Leben retten. Für Anne. Und für viele andere.

Bitte keine Doppelregistrierungen, wer schon in einer Stammzellspenderdatei registriert ist, sollte sich nicht nochmals registrieren!

Die Typisierung ist für den Stammzellspender bzw. die Stammzellspenderin grundsätzlich kostenfrei. Allerdings muss die Stiftung AKB die Registrierungskosten in Höhe von 35,00 EUR pro Spender selbst aufbringen, da der Staat und die Gesundheitskassen diese nur zu einem geringen Anteil tragen. Deshalb sind wir dringend auf Geldspenden angewiesen, ohne die unsere lebensrettende Arbeit nicht möglich ist. Jeder Cent zählt!

Spendenkonto der Stiftung AKB:

Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern
IBAN: DE67 7025 0150 0022 3946 88
Verwendungszweck: Aktion LK Rosenheim

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